Nachbetrachtet: Unsere Bundesliga-Saison 2019/20

Eine fast 12-monatige Saison 2019/20 mit zahlreichen Auf und Abs, einer unerwarteten Corona-Pause und dem vielumjubelten Klassenerhalt am Ende ist seit letzten Samstag endgültig geschlagen.

Der Saisonrückblick mit unserem Chefcoach und Sportlichen Leiter Franz Ponweiser.

Als die 15. Bundesliga-Saison der Mattersburger Vereinsgeschichte am 28. Juli 2019 gegen den TSV Hartberg angepfiffen wurde, hätte noch niemand ahnen können, dass sie erst am 4. Juli 2020 ein Ende finden sollte.

Dazwischen liegen knapp 12 Monate, die sehr viel bereithielten, zum Teil auch Unvorhergesehenes:

Sportliche Auf und Abs

Aus sportlicher Sicht war in der abgelaufenen Saison so gut wie alles mit dabei. Unter starke Auftritte mit überzeugenden Siegen und ein beherztes Saisonfinish gekrönt vom Liga-Erhalt mischten sich leider immer wieder auch Durchhänger. “Auf den Start, der okay war, folgte ein doch recht harter Herbst. So ehrlich muss man sein. Wir haben viel probiert, hatten viele Ideen, aber zum Teil hatten wir auch echte Probleme”, betont Ponweiser.

28. Juli 2019: Martin Pusic mit dem Siegestor gegen Hartberg. Der Auftakt zu einer Bundesliga-Saison, die unvergessen bleiben wird.

Einen zwischenzeitlichen Negativlauf im Herbstdurchgang konnte der SVM glücklicherweise stoppen. Die Umstellung auf eine defensive Dreierkette brachte kurz vor der Winterpause mehr Stabilität. Starken Auftritten in den letzten drei Spielen des Jahres 2019 (Remis in St. Pölten, eine unglückliche und knappe Heimniederlage gegen die Admira und ein Sieg in Tirol) folgte eine gelungene Vorbereitung und zufriedenstellende vier Spiele nach der Winterpause. Mit Sturm (A), Altach (H), Rapid (A) und LASK (H) war die Auslosung zum Frühjahrsstart ohne Zweifel eine harte, erinnert sich Ponweiser, “die Art und Weise, wie wir damals aufgetreten sind, war aber richtig gut.”

Und dann kam Corona.

Die Zwangspause

Anfang März traf die Corona-Krise auch den Fußball mit voller Wucht. Unsere Profis hielten sich mit Heimtrainings fit, ehe sie Mitte April mit Kleingruppentraining und Mitte Mai wieder mit dem Mannschaftstraining loslegen konnten. Dank eines enormen Kraftaufwandes seitens der Regierung, der Bundesliga und der Klubs und getragen von einem umfassenden Präventionskonzept konnte die Bundesliga und damit die für uns ausstehende Qualifikationsgruppe nach dreimonatiger Zwangspause angepfiffen werden.

15. März 2020: Der Start von Corona – der SVM blieb selbstverständlich zuhause

“Es waren Wochen der Unsicherheit. Aber während der Corona-Pause hat sich gezeigt, wie unglaublich groß der Zusammenhalt im Team ist, z.B. was das Thema Kurzarbeit betrifft. Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft, wie sie dem Verein damit geholfen hat”, erinnert sich Franz Ponweiser. Wichtig und bemerkenswert war auch das Fitness-Level, auf dem unsere Profis aus der Zwangspause zurückgekehrt sind: “Die Jungs sind zu den Gruppentrainings voll fit bekommen. Ein großes Kompliment an unsere Athletikabteilung und Coach Gerald Linshalm. Die Heimtrainings haben wir sehr gut umgesetzt!”

Nervenkitzel in der Quali-Gruppe

Ab 2. Juni konnte die Kugel also wieder rollen, galt unser voller Fokus dem Ligaerhalt. Nach einem überzeugenden Start (ein Sieg, zwei Remis) brachten uns zwei Niederlagen kurz ins Wanken. Von Umfallen war aber keine Rede: Mit dem zwischenzeitlichen wichtigen Heimsieg gegen St. Pölten und einem Remis in Altach war der Klassenerhalt drei Runden vor Schluss zum Greifen nahe. Obwohl der 1. Matchball gegen die Admira noch unglücklich ausgelassen wurde, saß der zweite umso besser: das 4:1 zuhause gegen die WSG Tirol.

30. Juni 2020: So schön jubelten wir beim 4:1 gegen die WSG Tirol

Ponweisers Bilanz: “Trotz einiger Rückschläge sind wir im Endeffekt super drübergekommen. Wie wir vor allem am Ende aufgetreten sind, gibt Zuversicht für die neue Saison. Viele Spieler haben sich im Laufe der letzten Monate wirklich weiterentwickeln können. Ich nehme z.B. einen David Nemeth heraus, aber auch viele andere. Für mich ist das Allerwichtigste – dass nach Problemen im Herbst im Frühjahr eine super Entwicklung sichtbar war. Und auch ich persönlich habe mich extrem weiterentwickelt und dazulernen können.”

Unfreiwillige Geister-Atmosphäre

Ein großer Wermutstropfen: Das Saisonfinish musste bekanntermaßen leider ohne Zuschauerbeteiligung – auch bei uns im Pappelstadion – über die Bühne gehen. Die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz aller Beteiligten waren wie in allen Bundesliga-Stadien extrem hoch. Nur eine Mindestanzahl an Spielern, Betreuern, Schiedsrichtern, Offiziellen und Medienvertretern war für alle zehn ausstehenden Saisonspiele in den Stadien präsent. Ein ungewohntes Bild!

Für den Start der neuen Saison gilt es in Abstimmung mit der Bundesliga und mit Blick auf den weiteren Verlauf der Corona-Krise noch genau abzuwägen, in welcher Form unsere Spiele über die Bühne gehen können. Wir halten euch an dieser Stelle über alle Entwicklungen natürlich auf dem Laufenden.

2. Juni 2020: Das erste Geisterspiel in der Geschichte des Pappelstadions. Den Hygienemaßnahmen galt oberste Priorität.

Zuhause Luft nach oben

Am Ende der nun hinter uns liegenden Saison konnten wir Gott sei Dank im Pappelstadion die notwendigen Zähler für den Klassenerhalt holen. Das spiegelt sich auch in der Statistik wieder. Als einziges Team (in der Meister- und Qualigruppe) holten wir nach der Corona-Pause zuhause mehr Punkte als in der Fremde.

Zuvor hingegen – über die gesamte Saison betrachtet – glänzte der SVM öfter in der Fremde als im Pappelstadion. Was dazu führt, dass 2019/20 als erfolgreichste Saison, was die Auswärtsbilanz betrifft, in die Rekordbücher eingehen wird – wie schon 2005/06 und 2018/19 holten wir fünf volle Erfolge in der Fremde. “Die Heimbilanz war zwischenzeitlich katastrophal, zum Glück haben wir am Ende das Ruder herumreißen können. Aber hier gilt es in der neuen Saison anzusetzen!”, weiß Ponweiser.

Mehr Statistik gefällig?

Frühstarter und hohe Disziplin

Interessanterweise war der SVM vor der Pause in der abgelaufenen Saison effizienter als danach. Als einziges Team der Liga erzielten wir mehr als die Hälfte unserer Tore (53,8%) in der ersten Halbzeit.

Mit Freude dürfen wir auf eine weitere Statistik blicken: In den 32 Saisonspielen sind wir sportlich äußerst diszipliniert aufgetreten und haben weder Rot noch Gelb-Rot kassiert – als einziges Ligateam neben Rapid. So soll es sein!

Nach der Saison ist vor der Saison

Die Marathon-Saison 2019/20 liegt nunmehr hinter uns. Ab 3. August startet der SVM in die Vorbereitung. Ab 11. September wird die neue Saison angepfiffen.

Personell werden in den kommenden Tagen die Weichen für die neue Saison gestellt: “Eine gute Mischung aus Erfahrenen und Jungen soll es sein”, gibt Ponweiser Einblick. Vor allem gegen Ende haben viele Jungtalente ihre Feuerprobe bestanden. Insgesamt sechs Spieler (Michael Steinwender, Nico und Luca Pichler, Martin Majnovics, Filip Borsos und Bernhard Unger) haben während der Qualifikationsrunde ihr Bundesliga-Startelfdebüt feiern dürfen.

16. Dezember 2019: David Nemeth und Nico Pichler – zwei unserer Jungspunde, die nächste Saison weiter aufzeigen wollen

 

Wir freuen uns auf eine spannende neue Saison, die sicher wieder die eine oder andere Überraschung bereit halten wird!